vier ästuare

TIDE konzentriert sich auf die vier Ästuare der Elbe (DE), des Humber (GB), der Schelde (BE/NL) und der Weser (DE). Allen vier Ästuaren ist gemeinsam:

  •  Sie werden als Schifffahrtswege zu großen, wirtschaftlich bedeutenden Inlandhäfen genutzt.
  •  Sie sind starken Gezeiteneinflüssen mit hohem Tidenhub ausgesetzt.
  •  Sie transportieren große Mengen an Sedimenten.
  •  Große Teile sind als Natura 2000 Gebiete ausgewiesen.

ähnliche herausforderungen

Der Stromauftransport von Sedimenten verstärkt sich fortlaufend.
Um die Fahrwassertiefe in den Häfen zu erhalten, muss immer mehr gebaggert werden und die Strategien zum Umgang mit den Sedimenten müssen verbessert werden.

Die Ökosysteme der Ästuare sind gefährdet.
Durch Eingriffe in die Natur kann diese nicht mehr ihre Funktion z.B. zur Wasserreinigung voll erfüllen. Auch der Bestand an Pflanzen -und Tierarten ist gefährdet. Die Ästuare werden anfälliger für Hochwasserrisiken.

Entscheidungsträger sehen sich einem immer komplexeren Geflecht von rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ausgesetzt.

  •  Die Umsetzung von EU Richtlinien (z.B. Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie / Wasserrahmenrichtlinie) gestaltet sich schwierig.
  •  Gleichzeitig müssen die Häfen weiter ausgebaut werden, um im globalen Wettbewerb bestehen zu können und so die Wirtschaftsentwicklung der Regionen zu sichern.

Sollten nicht geeignete Konzepte und Gegenmaßnahmen gefunden werden, werden sich diese nachteiligen Entwicklungen durch die Auswirkungen des Klimawandels zukünftig sogar noch verstärken.

zielsetzung

TIDE realisiert, was sich viele Interessensgruppen schon lange gewünscht haben: ein Konzept für eine integrierte Planung und Bewirtschaftung an den Ästuaren der Elbe, Weser, Schelde und des Humbers.

herangehensweise

TIDE bezieht sowohl die ökologischen als auch ökonomischen und gesellschaftlichen Bedürfnisse in seine Überlegungen ein und verbindet die unterschiedlichen Prozesse und Maßnahmen an den Ästuaren miteinander.

TIDE bezieht das Wissen und die Lösungen ein, die in vorhergehenden Projekten wie HARBASINS, SedNet, New!Delta entwickelt wurden (z.B. optimierte Strategien zum Sedimentmanagement, Öffnung von Flussnebenarmen).

TIDE verbindet die Bewirtschaftungspläne an den Ästuaren, die – aus den unterschiedlichsten Motivationen (z.B. Vermeidung von Überflutungen, Ansteigen des Sedimenttransports, EU Richtlinien) – bereits bestehen oder gerade erarbeitet werden.

TIDE zielt auf einen möglichst effektiven Einsatz der enormen Investitionen, die zurzeit an allen Ästuaren getätigt werden, bzw. im Planungsprozess sind.

aktivitäten

Vergleichende Studien
Zum ersten Mal können durch die Anwendung einer gemeinsamen Methodik Vergleiche zwischen den Ästuaren gezogen werden. Durch dieses Wissen wird das Risiko von falschen Schlussfolgerungen aus isolierten Betrachtungen reduziert.

Gemeinsame Entscheidungen
TIDE verbessert in jeder Region durch den Einsatz von neuen Abstimmungsprozessen und Kommunikationsmethoden die Politikumsetzung. Durch regelmäßige Treffen der regionalen Arbeitsgruppen, in denen die verschiedenen Interessensgruppen zusammengebracht werden, wird der integrierte Ansatz sichergestellt.

Effektive Massnahmen
TIDE vergleicht, beurteilt und plant adäquate Gegen- und Anpassungsmaßnahmen (z.B. Sedimentfang, neue Strategien zur Baggergutumlagerung, Renaturierung der Flussufer). Zudem werden neue, lösungsorientierte Gegenmaßnahmen gemeinsam entwickelt.

Mehr Information
TIDE schafft bei den unterschiedlichsten Zielgruppen – sei es auf EU Ebene oder bei den lokalen Anwohnern – ein erhöhtes Bewusstsein für die zukünftigen Herausforderungen. Dadurch werden ein besseres Verständnis und eine erhöhte Akzeptanz für anstehende Veränderungen geschaffen.

Grenzüberschreitende Zusammenarbeit
TIDE nutzt die wissenschaftlichen Erkenntnisse und praktischen Erfahrungen von allen TIDE Ästuaren als auch anderen vergleichbaren Regionen. Durch ständigen Austausch zwischen allen TIDE Partnern werden gemeinsame Arbeitspläne und Methoden entwickelt.

Weitergabe der Erfahrungen 
TIDE Erfahrungen werden in der so genannten TIDE toolbox zusammengetragen und dokumentiert. Darüber hinaus werden die TIDE Ergebnisse im Zuge der Seminarreihe »TIDE on Tour« an andere Planer, Manager und Entscheidungsträger aktiv weitergegeben.

partner

Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN)
Universität Bremen
Rijkswaterstaat
Flämisches Ministerium: Referat Mobilität und öffentliche Aufträge, Abteilung Meereszugang
Hafenbehörde Antwerpen
Universität Antwerpen
Institute of Estuarine & Coastal Studies, Hull